Archiv für die Kategorie ‘Politisches’

Rückkehr zur Normalität?

Dienstag, 15. März 2011, 0:05 von Jens

Bei all den Meldungen aus Japan gerät ein Thema scheinbar in den Hintergrund. In Libyen gewinnen die den Diktator Muammar al-Gaddafi unterstützenden Truppen immer mehr die Oberhand über die “Rebellen”. Dies erfährt man auf Spiegel Online jedoch erst, nachdem man einige Zeit lang nach unten gescrollt hat, und dann auch nur im Kleingedruckten.

Was wird passieren, wenn Libyen in absehbarer Zeit wieder unter der Kontrolle von Gaddafi stehen sollte? Und dieses Szenario scheint nicht mehr ganz so abwegig, wie noch vor einigen Tagen als man mit Sicherheit sagte, dass es bloß noch eine Frage der Zeit ist, wann es dort zu einem Umschwung und Wechsel kommen wird.

Der Ölpreis wird wieder etwas sinken (nicht zuletzt wegen sinkender Nachfrage aus Japan), der Alltag wird wieder einkehren. Und die westlichen Regierungen? Wird Gaddafi plötzlich wieder der beste Freund der erdölabhängigen Europäer werden, der er vor den Unruhen in seinem Land war? Werden die Waffenlieferungen wieder aufgenommen? Getreu dem Motto Wes’ Öl ich verfeuere, des’ Hand ich küss’?

Ich hoffe nur, dass durch die schrecklichen Katastrophen in Japan durch das Erdbeben, den Tsunami und das drohende Atom Desaster die Situation in den menschenverarchtenden Regimen dieser Welt nicht zu sehr aus dem öffentlichen Bewußtsein verdrängt wird, um wieder zum business as usual zurückzukehren. Nicht zuletzt deshalt, weil man mit immer neuen Schreckensbildern von überfluteten Regionen in Japan deutlich mehr Quote machen kann, als mit den wechselnden aber doch immer gleich Bildern aus dem (gar nicht mal so) fernen afrikanischen Land.

Wahlergebnisse NRW Landtagswahl 2010

Sonntag, 09. Mai 2010, 18:00 von Jens

An dieser Stelle noch mal kurz ein Hinweis in eigener Sache: Hier habe ich schon vor ein paar Tagen mal etwas zu den Ergebnissen der Landtagswahl 2010 in NRW geschrieben.

Erststimmen Kreis Lippe:

Zweitstimmen Stadt Lage:

Stimmzettel zur Landtagswahl NRW 2010 im Wahlkreis 97 – Lippe I

Dienstag, 27. April 2010, 22:58 von Jens

Hier ist er.

Zum Vergrößern bitte draufklicken.

Ganz schön link!

Dienstag, 13. April 2010, 17:48 von Jens

Die Landtagswahl hier in NRW steht ja wieder an (9. Mai 2010). Und seit ein paar Tagen werden die Autofahrer wieder erschlagen von tausenden Wahlplakaten.

Die meisten sagen nichts aus, wie z.B. die wandgroßen Aufsteller der SPD, von denen Frau Kraft herunterlächelt.

Die Plakate der Linken haben im oberen Teil schön aussagekräftige und vor allem massentaugliche Slogans wie Raus aus Afghanistan! oder Hartz IV abwählen! Aber was steht da in Fontsize 10 noch so drauf?

Ich hätte ja gedacht, das ist etwas in der Art

E.ON, RWE entmachten!
Ist auch keine Lösung. Denn wenn wir mal ehrlich sind, selbst wenn die Energiekonzerne in staatlicher Hand sind, Politiker als Manager wären noch viel desaströser als die jetzigen Chefs und würden den Karren endgültig vor die Wand fahren. Also: Lassen wir lieber alles beim Alten!

Aber weit gefehlt. Was wirklich draufsteht, erfahrt ihr, wenn das Licht angeht (oder der geneigte Leser alternativ mal auf die Bilder zum Vergrößern draufklickt).

Wie die Landesregierung in NRW solche bundespolitischen Themen wie die verstaatlichung von Großunternehmen oder die Abschaffung von Hartz IV angehen soll, wird nicht gesagt.

Ergebnisse der NRW Landtagswahl 2010

Dienstag, 06. April 2010, 18:48 von Jens

Am Sonntag, den 9. Mai 2010 wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt.

Informationen rund um die Wahl können auf den Internet-Seiten der Landeswahlleiterin abgerufen werden.

Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (KRZ) stellt auf seinen Seiten die Ergebnisse pro Wahlkreis/-bezirk detailliert dar (natürlich erst nach der Auszählung der Stimmen).

KRZ Homepage der Landtagswahl 2010

Wahlergebnisse – Kreis Lippe

Wahlergebnisse – Stadt Lage

Pflege im Sekundentakt

Donnerstag, 11. März 2010, 20:57 von Jens

Heute wird in der Presse von einem Urteil des Bundessozialgerichts berichtet, in dem davon die Rede ist, für die Anerkennung einer Pflegestufe auf einer sekundengenauen Berechnung der notwendigen Pflegemaßnahmen zu bestehen.

RP-Online titelt

Gericht: Pflegestufe mit Stoppuhr bestimmen

und schreibt u.a.

Das Gericht hielt es für unzulässig, den Aufwand für jeden Toilettengang auf volle Minuten aufzurunden.

Hier ein kurzer Exkurs, was die Pflegestufen überhaupt sind und wie sie eingeteilt werden.

Pflegestufe 1

Die “erhebliche Pflegebedürftigkeit” beginnt, wenn täglich durchschnittlich mindestens 90 Minuten lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens 46 Minuten auf mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege entfallen.

Pflegestufe 2

Die “Schwerpflegebedürftigkeit” beginnt, wenn täglich durchschnittlich mindestens drei Stunden lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen. Die grundpflegerische Hilfe muss täglich zu mindestens drei verschiedenen Zeiten nötig sein. Es muss mehrmals in der Woche hauswirtschaftliche Hilfe notwendig sein.

Pflegestufe 3

Die “Schwerstpflegebedürftigkeit” beginnt, wenn täglich durchschnittlich mindestens fünf Stunden lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens vier Stunden auf die Grundpflege entfallen und der konkrete Hilfebedarf jederzeit, auch nachts, gegeben ist (rund um die Uhr). Die schlichte Verlagerung von Pflegemaßnahmen in die Nachtstunden (22 Uhr – 6 Uhr) reicht nicht aus.

In der Vorankündigung des Bundessozialgerichts zu der nun gefallenen Entscheidung wurden die Hintergründe des Falles aufgeführt.

Der 3. Senat des Bundessozialgerichts beabsichtigt, am 10. März 2010 über fünf Revisionen aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung auf Grund mündlicher Verhandlung sowie über eine Nichtzulassungsbeschwerde zu entscheiden.

[...]

5) 12:45 Uhr – B 3 P 10/08 R – W.S. ./. BKK Hoesch – Pflegekasse -

Im Revisionsverfahren allein noch streitig ist ein Anspruch der Klägerin auf Leistungen nach der Pflegestufe II im Zeitraum 1.3.2006 bis 30.11.2008 – insbesondere, wie der Zeitaufwand für die Hilfe beim Gehen zu berechnen ist.

Die 1923 geborene Klägerin ist vollstationär in einem Seniorenzentrum untergebracht. Die Beklagte gewährte ihr zunächst Leistungen bei vollstationärer Pflege nach der Pflegestufe I. Seit 1.12.2008 erhält die Klägerin Pflegeleistungen nach Pflegestufe II. Einen früheren Höherstufungsantrag vom 1.3.2006 lehnte die Beklagte nach Einholung eines MDK-Gutachtens mit der Begründung ab, der durchschnittliche Hilfebedarf in den Bereichen Körperpflege, Ernährung und Mobilität betrage lediglich 66 Minuten.

Das von der Klägerin angerufene SG hat Beweis erhoben durch Einholung eines Sachverständigengutachtens, welches zu dem Ergebnis kam, es bestehe Hilfebedarf im Bereich Hauswirtschaft von mindestens 60 Minuten und grundpflegerischer Hilfebedarf im Umfang von 109 Minuten täglich (Körperpflege 55 Minuten, Ernährung 24 Minuten, Mobilität 30 Minuten). Für die Bemessung des Hilfebedarfs beim Gehen wurden dabei 25 bis 27 Wegstrecken für die Hin- und Rückwege zu den Mahlzeiten, zur Toilette und zur Dusche sowie dem abendliches Zubettgehen zugrunde gelegt. Bei einer nach den Begutachtungsrichtlinien (BRi) anzunehmenden durchschnittlichen Wegstrecke von 8 Metern benötige die Klägerin hierfür pro Weg 1/2 Minute. Insgesamt sei daher für die Hilfe beim Gehen ein durchschnittlicher täglicher Zeitbedarf von 13 Minuten (26 x 1/2 Minute) anzusetzen.

Das Sozialgericht (SG) hat der Klage stattgegeben. Die Klägerin sei schwerpflegebedürftig, da sie einen Grundpflegebedarf von mehr als 120 Minuten täglich habe. Über die gutachterlichen Feststellungen hinaus seien zusätzlich zu den errechneten 109 Minuten weitere 14 Minuten Hilfebedarf (insgesamt also 123 Minuten Grundpflege) anzusetzen. Eine Minute davon entfalle auf das Aufstehen und Zubettgehen und 13 Minuten auf die Hilfe beim Gehen. Nach den BRi sei der Wert der Verrichtungen jeweils mit mindestens einer Minute zu berücksichtigen; daher müsse jede einzelne Wegstrecke mit einem Hilfebedarf von einer Minute bemessen werden.

Das LSG hat das Urteil des SG geändert und die Klage abgewiesen. Verrichtung im Sinne der BRi sei nicht jeder einzelne Weg, sondern das Gehen an sich. Die in den BRi enthaltene Regelung, wonach für jede Verrichtung volle Minutenwerte anzugeben sind, beziehe sich nicht auf einzelne Tätigkeiten oder Einzelverrichtungen, sondern auf die Tagesdurchschnittsbemessung. Erst bei letzterer seien keine Sekundenwerte mehr anzugeben, sondern gerundete volle Minuten. Daher sei kein Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege von mindestens 120 Minuten feststellbar.

Mit der von LSG zugelassenen Revision rügt die Klägerin eine Verletzung materiellen Rechts. § 14 Abs 4 SGB XI sei für die Frage, welche Verrichtungen berücksichtungsfähig seien, nicht in jedem Fall als abschließende Regelung zu betrachten. Der Gesetzgeber habe offensichtlich den Toilettengang nicht berücksichtigt – bei teleologischer Auslegung sei eine Lückenfüllung des Gesetzes geboten. Doch auch wenn man die Wege zur Toilette nicht als eigene Verrichtung verstehe, sondern der Verrichtung “Gehen” zuordne, müsse jeder Gang zur Toilette und zurück mit jeweils einer Minute zu berücksichtigt werden. Die Tatsache, dass der Richtliniengeber die einfache Wegstrecke der Länge nach definiert habe, zeige, dass er eben diesen einfachen Weg auch als maßgeblich ansehe für die Feststellung des für die Bewältigung dieses Weges erforderliche zeitliche Hilfestellung.

SG Duisburg – S 15 P 207/06 -
LSG Nordrhein-Westfalen – L 10 (6) P 108/07 -

So ganz passt das ja nun nicht zu der etwas reißerischen Überschrift Pflegestufe mit Stoppuhr bestimmen, ist hier doch nur die Rede davon, einzelne Gänge als einzelne Gänge und nicht pauschal mit einer (aufgerundeten) Minute zu bewerten.

Nebenbei bemerkt finde ich es eh’ vollkommen an der Realität vorbei, den Pflegeaufwand in Minuten oder Sekunden zu berechnen und anhand dieser Werte eine Fallentscheidung nach Aktenlage zu treffen. Jeder Pflegefall ist anders gelagert und bedarf einer individuellen Analyse statt rein objektiver Messwerte (wobei das Messverfahren an sich ja auch zu hinterfragen ist).

Die “erhebliche Pflegebedürftigkeit” beginnt, wenn täglich durchschnittlich mindestens 90 Minuten lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens 46 Minuten auf mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege entfallen.

Ordnungspartnerschaft in Lage?

Freitag, 12. Februar 2010, 18:57 von Jens

Unter dem Titel Wahl-O-Mat für Lage hatte ich im Juli letzten Jahres etwas über die Wahlprogramme der Lagenser Parteie zur damals bevorstehenden Kommunalwahl geschrieben.

Bei der CDU habe ich aus deren Wahlprogramm zitiert, nämlich u.a.

Sicherheit und Ordnung
- Weiterer Ausbau der Ordnungspartnerschaft

Jetzt lese ich in der heutigen LZ, dass der für die Ordnungspartnerschaft zuständige Ausschuss für öffentliche Ordnung, Sicherheit und Feuerwehr seine letzte Sitzung im März 2009 abgehalten hat. Die letzte Vorstellung der Ziele der Ordnungspartnerschaft (eine Zusammenarbeit aus Polizei, Ordnungs- und Umweltamt) geht sogar noch weiter bis ins Jahr 2006 zurück.

Der aktuelle Anlass, weshalb die LZ berichtet, ist das immer öfter auftretende, exzessive Feiern von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf öffentlichen Plätzen in Verbindung mit reichlich Alkohol. Die Streife der Ordnungspartnerschaft traut sich nur noch zu zweit in die Nähe dieser Festgelage – und das auch nur bis maximal 23 Uhr Abends.

Was die Lagenser CDU als Mitglied der Regierungskoalition (Jamaika) jetzt genau mit weiterer Ausbau der Ordnungspartnerschaft gemeint hat, bleibt wohl bis zur nächsten Tagung des Ausschusses ein Geheimnis. Oder bis zur nächsten Kommunalwahl – je nachdem, was zuerst kommt.

Sanierung der Staatsfinanzen

Mittwoch, 10. Februar 2010, 20:43 von Jens

Jetzt weiß ich endlich, woher die vielen Steuersünder CDs der letzten Zeit kommen. Die gibt’s in einem Webshop!

via [Kanzlei Hoenig]

Sarah Palin’s Spickzettel

Sonntag, 07. Februar 2010, 22:17 von Jens

Via [Huffington Post]

Auf einer Versammlung der amerikanischen Tea Party, einem Zusammenschluß mehrerer vereinzelter Gruppe, die Präsident Obama als Sozialisten darstellen, hat die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin gesprochen. Dabei viel ein kleines Detail auf.

Closer inspection of a photo of Sarah Palin, during a speech in which she mocked President Obama for his use of a teleprompter, reveals several notes written on her left hand. The words “Energy”, “Tax” and “Lift American Spirits” are clearly visible. There’s also what appears to read as “Budget cuts” with the word Budget crossed out.

[Übersetzung, in etwa: Bei näherer Betrachtung eines Fotos von Sarah Palin während einer Rede, in der sie über Präsident Obama wegen dessen Gebrauch von Telepromptern herzog, kann man einige Notizen in ihrer linken Handfläche geschrieben sehen. Die Wörter "Energie", "Steuern" und "Anhebung des amerikanischen Geistes" sind gut erkennbar. Ausserdem kann man etwas lesen, das wie "Finanz Einschnitte" aussieht, wobei "Finanzen" durchgestrichen ist.]

Die große Sarah braucht wohl manchmal ein wenig Hilfe.

Fotos: AP

Steuersünder auf CD

Freitag, 05. Februar 2010, 19:51 von Jens

So, die allseits bekannte Steuersünder-CD wird also gekauft. Und zwar kauft unserer Bundesregierung bzw. die Steuerfahndung Wuppertal die geklauten Bankdaten von einem bisher Unbekannten Verkäufer.

Jetzt mal abgesehen von Pro und Contra … muss der Verkäufer die 2,5 Millionen Euro an Einnahmen eigentlich versteuern?

Nun kommt schon bald die nächste CD in den Handel, dieses Mal wurde sie den Behörden in Baden-Württemberg angeboten. Sind das alles in Geldnöte geratene Investment-Banker, die keine Boni abbekommen haben?