Archiv für die Kategorie ‘Politisches’

Symbolwerbung

Dienstag, 07. Februar 2012, 0:06 von Jens

Jetzt ist es also soweit, die contentsensitive Werbeeinblendung macht auch vor dem höchsten Amt im Staate nicht mehr Halt. Die Performance Advertising GmbH hat auf welt.de eine Anzeige geschaltet, die so dermaßen ins Herz der aktuellen Diskussion um das Wo, Wann, von Wem und Wie denn eigentlich genau der Herr Wulff sein klein’ Häuschen finanziert bekommen hat, das ist fast schon gespenstisch.

Inmitten einer Fülle von Kommentaren unter einem Artikel über eine kleine 2.100 Euro Zulage für Herrn Glaeseker (also der Ex-Sprecher vom BuPrä), in denen naturgemäß das Wort “Wulff” ständig wiederholt wird, glänzt eine klitzekleine, unbedeutende Anzeige für … ja für was wohl?

Klick zum Vergrößern.

Herrlich!

Es wird übrigens noch interessanter, wenn man die Seite ein paar Mal neu laden lässt.

Auch für günstige Urlaubsflüge wird in dem Zusammenhang gern geworben.

Oder andere verlockende Angebote rund um’s finanzierte Eigenheim.

Und mein persönlicher Liebling … Wenn’s mal wieder um hohe Telefongebühren geht, und man doch mal öfter bei diversen Pressevertretern anrufen muss – warum dann nicht per Flatrate?

Bundespräsident Christian Wulff – Anruf auf der Mailbox von Bild-Chefredakteur Kai Diekmkann als MP3

Donnerstag, 05. Januar 2012, 14:06 von Jens

Na gut, die Überschrift des Posts zielt auf Klicks ab, aber Du bist hier – scheint also geklappt zu haben.

Nachdem auf Spiegel Online berichtet wird, dass die “Bild” den Bundespräsidenten Christian Wulff darum gebeten hat, der Veröffentlichung des Wortlauts der Mailbox-Nachricht zuzustimmen hat eine Suche danach dieses Kleinod zutage gefördert.

WDR5 Politikum – Der AB von Diekmann by Malotki

Adolf Hitler ist Ehrenbürger der Stadt Lage!

Dienstag, 06. Dezember 2011, 20:23 von Jens

Nunja, jedenfalls war er es bis zum 30.04.1945. An diesem Tag endete sie, wie jede Ehrenbürgerschaft, mit dem Tode Adolf Hitlers.

Am kommenden Donnerstag soll nun der Rat der Stadt Lage auf Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen ihm diese Ehrenbürgerschaft symbolisch entziehen. So kann man es in der Tagesordnung der Ratsitzung nachlesen.

Der entsprechende Artikel in der Lippischen Landeszeitung vom 06.10.2011 wird bzw. wurde schon einige Male kommentiert.

Mal davon abgesehen, dass es vielleicht wirklich ein wenig spät ist, damit jetzt anzufangen (1945 wäre ein toller Zeitpunkt gewesen), will ich das Augenmerk noch auf ein anderes Detail lenken.
In der Kulturausschusssitzung (wow, ganz schön viele SS in dem Ssatz …) vom 16.11.2011, die die Beschlussvorlage für die Entscheidung im Rat produziert hat, wurde die Beschlussempfehlung mit folgendem Wortlaut ohne weitere Kommentare oder Diskussionen zur Abstimmung gestellt

Adolf Hitler wird die Ehrenbürgerschaft der Stadt Lage entzogen.

Das Ergebnis hat mich doch etwas erstaunt:
Ergebnis: 12 Ja-Stimmen 0 Nein-Stimmen 1 Enthaltung

In Zeiten, in denen fast täglich neue Einzelheiten der in Deutschland umtriebigen Netzwerke von ewig Gestrigen durch die Medien geistern, da enthält sich ein gewähltes Mitglied einer der im Lagenser Rat vertretenen Parteien (und soweit mir bekannt sitzt die NPD da gar nicht drin!) bei einer solchen Frage? Was für ein Zeichen wollte dieses Mitglied bitteschön setzen? Naja, wird ja eh’ keiner drauf achten, also was soll’s …

Weitergehende Auswirkungen ergaben sich dadurch nicht

Montag, 31. Oktober 2011, 17:42 von Jens

Na, dann ist ja alles in Ordnung.

Im verkürzten Halbjahresbericht zum 30.06.2011 der FMS Wertmanagement (also der Bad Bank der HRE – Hypo Real Estate (die mittlerweile Deutsche Pfandbriefbank heißt)) heißt es auf Seite 34

Im verkürzten Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2011 werden insbesondere im Zusammenhang mit Finanzderivaten gestellte oder erhaltene Barsicherheiten bei Vorliegen einer Nettingvereinbarung je Kontrahent saldiert unter den Forderungen an Kreditinstitute (per Saldo gestellte Barsicherheiten) bzw. unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (per Saldo erhaltene Barsicherheiten) ausgewiesen. Die entsprechenden fehlerhaften und unsaldierten Vergleichszahlen zum 31. Dezember 2010 wurden in laufender Rechnung angepasst. Hierdurch reduzierten sich die Vergleichszahlen der Posten Forderungen an Kreditinstitute und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie die Bilanzsumme um jeweils EUR 24.466 Mio. Weitergehende Auswirkungen auf die Vermögenslage sowie Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage ergaben sich dadurch nicht.

Da wurde also die Bilanzsumme mal eben um 24,466 Mrd. Euro gekürtz, aber weitergehende Auswirkungen auf die Vermögenslage ergaben sich dadurch zum Glück nicht.

Wenn mir übrigens jemand den obigen Absatz auf Deutsch übersetzen kann, ohne Worte wie Nettingvereinbarung je Kontrahent oder Finanzderivate zu benutzen, der sei in den Kommentaren herzlich dazu eingeladen, mich zu erleuchten.

Im Jahresabschluß zum 31.12.2010 sahen die Zahlen also noch ganz anders aus. Hier (Seite 42) wurden noch 67.753 Millionen Euro als Forderungen an Kreditinstitute ausgewiesen. Im Juni stand hier aufeinmal ein Wert von 43.287 Millionen Euro. Ausgeschrieben machen die Zahlen noch mehr Eindruck: 67.753.000.000 Euro im Vergleich zu 43.287.000.000 Euro.

So wirklich wichtig war das scheinbar nicht wirklich. Sind halt nur Zahlen. Auch PricewaterhouseCoopers hat nach eigenem Bekunden alles richtig gemacht (Link zur Pressemitteilung).

Im Zusammenhang mit dem verkürzten Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2011 wurden jedoch Geschäftsvorfälle identifiziert, bei denen die Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Derivategeschäften gegenüber demselben Vertragspartner unterblieb. Die mit diesen Geschäftsvorfällen im Zusammenhang stehenden Buchungen wurden vor Veröffentlichung des verkürzten Zwischenabschlusses von der FMS Wertmanagement korrigiert. Hierdurch reduzierten sich die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie die Bilanzsumme der FMS Wertmanagement um jeweils € 55,5 Mrd.

Ok, man hat also einen Fehler gefunden und ihn rückwirkend in Übereinstimmung mit allen rechtlichen Erfordernissen korrigiert. Dann noch fix die Zahlen im Bericht geändert und alles wird gut.

Ich muss jetzt zugeben, warum es dann heißt, wir hätten 55 Mrd. Euro weniger Schulden, verstehe ich nicht ganz. Wenn man auf der einen Seite 24,5 Mrd. Forderungen gegenüber Kreditinstituren weniger hat, auf der anderen Seite aber 24,5 Mrd. Euro weniger Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – dann verändert sich zwar die Bilanzsumme, aber unterm Strich hat sich doch nichts verändert.

Oder bin ich dafür nicht Bilanzbuchhalter genug?

Disclaimer: Ich bin kein Bilanzbuchhalter.

Wolfgang, eine Erklärung bitte!

Tagesschau.de schreibt u.a.

Die Verbindlichkeiten der FMS fließen direkt in die deutschen Staatsschulden ein – sprich: Die Steuerzahler haften.

Die Verbindlichkeiten fließen ein – und die Forderungen nicht? Ich bin verwirrt.

DROP DATABASE elena;

Montag, 18. Juli 2011, 23:49 von Jens

Jetzt ist es also tatsächlich soweit: ELENA, der Elektronische Entgeltnachweis wird eingestampft.

Da fällt einem doch nichts mehr zu ein. Zuerst wird mit großem Aufwand dieses neue Meldesystem eingeführt, ein tolles Motto wird erfunden

weniger Bürokratie, mehr Effizienz!

und Software-Hersteller entwickeln teure Updates, um der Datensammelwut des Gesetzgebers zu entsprechen.

Und dann? Dann haben die Mütter und Väter des ganzen doch irgendwie eingesehen, dass das Alles doch nicht so das Gelbe vom Ei war. Datenschutz und so, Sie wissen schon!
Hätte man sich ja vielleicht auch mal vorher Gedanken zu machen können. Das Geld hätte man auch toll anders investieren können …

(Update 19.07.2011 22:58 Uhr) Das Bildblog berichtet auch über das Aus von Elena … aber aus einer etwas anderen Perspektive!

Sanierung privater Abwasserleitungen nach Dichtheitsprüfung in Lage

Mittwoch, 06. April 2011, 19:07 von Jens

Momentan kochen die Gemüter hoch in Lage.

In der Lippischen Landeszeitung vom heutigen Mittwoch wirft SPD-Ortsvereinvorsitzender Matthias Kalkreuter dem Lagenser Bürgermeister Christian Liebrecht vor, “mit zweierlei Maß zu messen”. Und zwar, weil der Bürgermeister auf der einen Seite wie der Sprecher der lippischen Bürgermeister, Eberhard Block, dafür ist, die Dichtheitsprüfungen in den lippischen Gemeinden zunächst auszusetzen. Auf der anderen Seite will er aber die Dichtheitsprüfung in den Ortsteilen Heiden, Heßloh und Hardissen zu einem früheren Termin “durchboxen”.

Was ist aber der Hintergrund für dieses Abweichen im Fall Heiden, Heßloh und Hardissen? Eine Dichtheitsprüfung soll hier bis spätestens 31.08.2011 erfolgen.

In der Beschlußvorlage, über die in der kommenden Sitzung des Lagenser Rates am 14.04.2011 abgestimmt werden soll, ist folgendes zu lesen

Für die Gebiete, die als Fremdwasserschwerpunktgebiet festgelegt, eine Dichtheitssatzung beschlossen und der öffentliche Kanal saniert wird, besteht für die Grundstückseigentümer eine Fördermöglichkeit zur Sanierung der Grundstücksentwässerung über das Investitionsprogramm Abwasser 2007, Förderbereich 6.3. Die Frist zur Beantragung von Fördermitteln endet am 31.12.2011. Die Fördermittel müssen bis zum 31.12.2013 abgerufen werden. Eine Verlängerung der Förderung ist nicht absehbar.

Und weiter

Es sind bewusst große Bereiche ausgewählt, um möglichst viele Anlieger in den Genuss der Förderung kommen zu lassen.

Informationen zur hier angesprochenen Förderung kann man z.B. hier finden.

Im angesprochenen Bereich “6.3: Fremdwasser – private Kanalsanierung” heißt es

Gegenstand der Förderung ist die ganzheitliche Sanierung von privaten Hausanschlüssen im Zusammenhang mit der Elimination von Fremdwasser. Gefördert wird in der Form des Zuschusses (Förderart: Zuschuss bis zu 30 %).  Zuwendungsfähig sind die Ausgaben für die Sanierung privater Hausanschluss- und Grundleitung. Nicht zuwendungsfähig ist ggf. eine vorab erforderliche Dichtheitsprüfung des privaten Hausanschlusses.

Stellt sich also heraus, dass eine Sanierung des privaten Kanals 5.000,- Euro kosten wird, dann könnte man mit einer Zuschuss-Förderung i. H. v. bis zu 1.500,- Euro rechnen, wenn denn der Antrag bis zum 31.12.2011 gestellt wurde.

Gefördert wird übrigens von der NRW Bank. Weitere Infos zu diesem Programm gibt es unter diesem Link.

Die Verwaltung von Lage will also durch die verkürzte Frist zur Dichtheitsprüfung den Anwohnern der Bereiche, die für eine solche Förderung überhaupt in Frage kommen, die Gelegenheit bieten, noch einen Teil der auf sie zukommenden Kosten bei einer eventuellen Sanierung bezuschusst zu bekommen.

Die reine Überprüfung kostet nicht die Welt, gibt dem Hauseigentümer aber die Sicherheit um das Wissen, ob saniert werden muss oder nicht. Da weiß ich doch lieber schon frühzeitig, was auf mich zukommt, als später im Regen zu stehen.

Ob dem SPD-Ortsverein Heiden das auch bewußt ist?

(Update 14.04.2011 16:46 Uhr) Wer mal einen Blick in die Rechtsgrundlage werfen möchte, dem sei §61a des Landeswassergesetezs NRW ans Herz gelegt.

(Update 16.06.2011 12:37 Uhr) In den Kommentaren wurde darauf hingewiesen, dass die Abgabefrist 31.12.2011 für den Antrag auf Förderung verlängert wird – bzw. dass es “die Spatzen von den Dächern pfeifen”. Auf eine kurze Nachfrage bei der für die Förderung zuständigen NRW.Bank kam als Antwort

Die Richtlinien für das Investitionsprogramm Abwasser NRW treten mit Ablauf des 31.12.2011 außer Kraft.

die Richtlinien für das Investitionsprogramm Abwasser NRW treten mit Ablauf des 31.12.2011 außer Kraft.

Rückkehr zur Normalität?

Dienstag, 15. März 2011, 0:05 von Jens

Bei all den Meldungen aus Japan gerät ein Thema scheinbar in den Hintergrund. In Libyen gewinnen die den Diktator Muammar al-Gaddafi unterstützenden Truppen immer mehr die Oberhand über die “Rebellen”. Dies erfährt man auf Spiegel Online jedoch erst, nachdem man einige Zeit lang nach unten gescrollt hat, und dann auch nur im Kleingedruckten.

Was wird passieren, wenn Libyen in absehbarer Zeit wieder unter der Kontrolle von Gaddafi stehen sollte? Und dieses Szenario scheint nicht mehr ganz so abwegig, wie noch vor einigen Tagen als man mit Sicherheit sagte, dass es bloß noch eine Frage der Zeit ist, wann es dort zu einem Umschwung und Wechsel kommen wird.

Der Ölpreis wird wieder etwas sinken (nicht zuletzt wegen sinkender Nachfrage aus Japan), der Alltag wird wieder einkehren. Und die westlichen Regierungen? Wird Gaddafi plötzlich wieder der beste Freund der erdölabhängigen Europäer werden, der er vor den Unruhen in seinem Land war? Werden die Waffenlieferungen wieder aufgenommen? Getreu dem Motto Wes’ Öl ich verfeuere, des’ Hand ich küss’?

Ich hoffe nur, dass durch die schrecklichen Katastrophen in Japan durch das Erdbeben, den Tsunami und das drohende Atom Desaster die Situation in den menschenverarchtenden Regimen dieser Welt nicht zu sehr aus dem öffentlichen Bewußtsein verdrängt wird, um wieder zum business as usual zurückzukehren. Nicht zuletzt deshalt, weil man mit immer neuen Schreckensbildern von überfluteten Regionen in Japan deutlich mehr Quote machen kann, als mit den wechselnden aber doch immer gleich Bildern aus dem (gar nicht mal so) fernen afrikanischen Land.

Wahlergebnisse NRW Landtagswahl 2010

Sonntag, 09. Mai 2010, 18:00 von Jens

An dieser Stelle noch mal kurz ein Hinweis in eigener Sache: Hier habe ich schon vor ein paar Tagen mal etwas zu den Ergebnissen der Landtagswahl 2010 in NRW geschrieben.

Erststimmen Kreis Lippe:

Zweitstimmen Stadt Lage:

Stimmzettel zur Landtagswahl NRW 2010 im Wahlkreis 97 – Lippe I

Dienstag, 27. April 2010, 22:58 von Jens

Hier ist er.

Zum Vergrößern bitte draufklicken.

Ganz schön link!

Dienstag, 13. April 2010, 17:48 von Jens

Die Landtagswahl hier in NRW steht ja wieder an (9. Mai 2010). Und seit ein paar Tagen werden die Autofahrer wieder erschlagen von tausenden Wahlplakaten.

Die meisten sagen nichts aus, wie z.B. die wandgroßen Aufsteller der SPD, von denen Frau Kraft herunterlächelt.

Die Plakate der Linken haben im oberen Teil schön aussagekräftige und vor allem massentaugliche Slogans wie Raus aus Afghanistan! oder Hartz IV abwählen! Aber was steht da in Fontsize 10 noch so drauf?

Ich hätte ja gedacht, das ist etwas in der Art

E.ON, RWE entmachten!
Ist auch keine Lösung. Denn wenn wir mal ehrlich sind, selbst wenn die Energiekonzerne in staatlicher Hand sind, Politiker als Manager wären noch viel desaströser als die jetzigen Chefs und würden den Karren endgültig vor die Wand fahren. Also: Lassen wir lieber alles beim Alten!

Aber weit gefehlt. Was wirklich draufsteht, erfahrt ihr, wenn das Licht angeht (oder der geneigte Leser alternativ mal auf die Bilder zum Vergrößern draufklickt).

Wie die Landesregierung in NRW solche bundespolitischen Themen wie die verstaatlichung von Großunternehmen oder die Abschaffung von Hartz IV angehen soll, wird nicht gesagt.