Einträgliches Geschäftsmodell

Darauf muss man erst mal kommen!

Über irgend ein Werbebanner bin ich auf die Seite Bid Fun aufmerksam geworden. Auch wenn es sich um eine Deutsche Domain handelt, so sitzt der Anbieter laut Impressum interessanterweise in London.

Man stelle sich folgendes vor: Da wird ein iPad 2 von Apple angeboten, und zwar in der 16 GB Version mit WiFi und 3G. Direkt bei Apple selber kostet so ein Gerät inkl. Versand 599,- Euro. Auf der Bid Fun Seite wird dieses Gerät nun ab 0,01 Euro angeboten, man muss nur der letzte sein, der ein Gebot abgibt, bevor ein rückwärts laufender Countdown 0:00 erreicht hat.

Mit jedem neuen abgegebenen „Gebot“ steigt der Preis des Geräts um 0,01 Euro und auf den Countdown werden 20 zusätzliche Sekunden addiert.

Auf der Webseite sieht das dann in etwa so aus:

Im Beispiel oben bekommt „bimbo_rui“ das Gerät also für 149,15 Euro, wenn in den nächsten 13 Sekunden niemand anderes auf den „Bieten“ Knopf drückt.

Prinzipiell hört sich das nach einem richtigen Schnäppchen an. Und für den glücklichen Gewinner dieser „Auktion“ mag das vielleicht auch so sein. Was aber springt eigentlich für den Anbieter dabei raus? So blöd und ein iPad so weit unter Wert zu verkaufen kann man doch eigentlich nicht sein.

Der Kasus Knacktus kommt jetzt: Um den „Bieten“ Knopf drücken zu dürfen muss man

1. angemeldet sein (das ist kostenlos) und
2. sog. „Gebotspunkte“ kaufen

Ein Klick auf „Bieten“ = 1 Gebotspunkt.

Was kostet denn nun so ein Punkt? Schauen wir doch mal in die Preisliste …

20 Punkte kosten also 15 Euro. Wenn man es schafft, damit so ein iPad für 150,- Euro zu „ersteigern“, kostet einen das also 165,- Euro – wirklich ein Schnäppchen.

Der Anbieter gewährt beim Einkauf von größeren Mengen Gebotspunkten sogar Rabatt, bis zu 25% kann man sparen, wenn man 400 Punkte für läppische 300,- Euro kauft. In diesem Fall kostet ein einzelner Punkt also 0,60 Euro.

Wenn man 149,15 Euro wie in dem obigen Beispiel nimmt, und dabei bedenkt, dass in 0,01 Euro Schritten „geboten“ wird, dann sind also schon 14.915 „Gebote“ abgegeben worden. Wenn man nun mal annimmt, dass alle „Bieter“ nur die günstigsten Punkte eingekauft haben, ein Punkt also 60 Cent kostet, dann sind hier schon für (14.915 * 0,60 Euro) 8.949,- Euro Gebotspunkte eingesetzt worden. Zieht man davon die 599,- Euro für den Kauf des Gerätes ab, bleiben immerhin noch 8.350,- Euro Gewinn übrig.

Mal ganz abgesehen davon, dass diese „Auktion“ dann auch mindestens 14.915 * 20 Sekunden = 298.300 Sekunden = 4.971 Minuten = 82,85 Stunden = 3,45 Tage läuft.

Aber was tut man nich alles für ein billiges iPad …

Nachtrag: Während ich diesen Artikel hier geschrieben habe, ist der Preis von 149,15 Euro bereits auf 151,26 Euro gestiegen, es gab also 211 „Gebote“ in der Zwischenzeit. Das entspricht mindestens 126,60 Euro in „Gebotspunkten“ gerechnet. Cooler Stundenlohn eigentlich.

Warum bin ich nicht auf so ein Geschäftsmodell gekommen?

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