DSDS – Duales System Deutscher Sitzpinkler

Gestern Abend ist scheinbar wieder eine neue Staffel von Deutschland sucht den Superstar (DSDS) gestartet – ich glaube es ist die gefühlte 17.000ste Ausgabe. Ich selber habe sie nicht gesehen, aber das Medienecho dazu ist mal wieder groß.

Ein Ausschnitt ist mal wieder hängen geblieben und macht die Runde durch Blogs und Kommentare. Nämlich der von Marcel, der eigentlich so dringend auf’s Klo musste vor dem Vorsingen, es aber irgendwie nicht richtig zurückhalten konnte.

Dass das natürlich ein gefundenes Fressen für RTL ist, dürfte klar sein. Durch die sicherlich vorher abgeschlossenen Verträge wird es dem armen Kerl wohl versagt gewesen sein, die Ausstrahlung dieser medialen Peinlichkeit nicht zu genehmigen. Aber warum schauen wir uns sowas überhaupt an? Ist Fremdschämen wirklich so geil, dass es mal wieder Top-Quoten gab? 20,2% in der vom ehemaligen RTL-Programmdirektor Helmut Thoma erfundenen werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer, das ist schon ein Wort – vor allem, wenn der zweite Platz gestern Abend (Pro Sieben, Film Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?) nur auf magere 10,9% Marktanteil kam.

Ich persönlich kann diesem ganzen Hype nicht viel abgewinnen. Bereits die ersten 6 Staffeln habe ich nur am Rande mitbekommen, weil es mich nicht wirklich interessiert hat. Aber was ist aus den bisherigen Gewinnern eigentlich geworden?

1. Staffel (2003) Alexander Klaws
2. Staffel (2004) Eli Erl
3. Staffel (2006) Tobias Regner
4. Staffel (2007) Mark Medlock
5. Staffel (2008) Thomas Godoj
6. Staffel (2009) Daniel Schumacher

So richtig kann ich mich eigentlich an keinen erinnern, der mir jetzt musikalisch groß aufgefallen ist oder den ich mal im Radio des öfteren gehört habe. Wir haben also mittlerweile 6 Superstars gefunden, aber wozu eigentlich? Ich denke, es geht – wie eigentlich immer – nur um’s Geld. Wenn 7 Millionen Menschen bei diesen Casting-Shows anrufen oder per SMS abstimmen, wer rausfliegen soll (oder wird abgestimmt, wer drin bleiben soll? Keine Ahnung!), und eine SMS kostet 50 Cent … dann sind das pro Abend lockere 3.500.000,- Euro. Davon abzuziehen sind die – nicht unerheblichen – Produktionskosten, aber sicherlich wird noch der ein oder andere Euro hängen bleiben. Dafür muss eine Moderatorin auf 9Live ganz schön lange stricken die Leute hinhalten.

Wnn ich also mal von 10 Motto-Shows (oder wie auch immer das heißen mag) ausgehe, und ich schicke jeden Abend 5 SMS (weil ich meinen Liebling ja soooo gerne weiter sehen will), dann sind das für mich 25,- Euro an SMS Gebühren. Dafür ist mir mein Geld eigentlich zu schade – aber ich bin ja auch Lipper.

(Update 07.01.2010 15:35 Uhr) Peer Schrader hat bei Spiegel Online auch eine sehr schöne Zusammenfassung der ersten Sendung der neuen Staffel geschrieben.

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