Rückkehr zur Normalität?

Bei all den Meldungen aus Japan gerät ein Thema scheinbar in den Hintergrund. In Libyen gewinnen die den Diktator Muammar al-Gaddafi unterstützenden Truppen immer mehr die Oberhand über die „Rebellen“. Dies erfährt man auf Spiegel Online jedoch erst, nachdem man einige Zeit lang nach unten gescrollt hat, und dann auch nur im Kleingedruckten.

Was wird passieren, wenn Libyen in absehbarer Zeit wieder unter der Kontrolle von Gaddafi stehen sollte? Und dieses Szenario scheint nicht mehr ganz so abwegig, wie noch vor einigen Tagen als man mit Sicherheit sagte, dass es bloß noch eine Frage der Zeit ist, wann es dort zu einem Umschwung und Wechsel kommen wird.

Der Ölpreis wird wieder etwas sinken (nicht zuletzt wegen sinkender Nachfrage aus Japan), der Alltag wird wieder einkehren. Und die westlichen Regierungen? Wird Gaddafi plötzlich wieder der beste Freund der erdölabhängigen Europäer werden, der er vor den Unruhen in seinem Land war? Werden die Waffenlieferungen wieder aufgenommen? Getreu dem Motto Wes‘ Öl ich verfeuere, des‘ Hand ich küss‘?

Ich hoffe nur, dass durch die schrecklichen Katastrophen in Japan durch das Erdbeben, den Tsunami und das drohende Atom Desaster die Situation in den menschenverarchtenden Regimen dieser Welt nicht zu sehr aus dem öffentlichen Bewußtsein verdrängt wird, um wieder zum business as usual zurückzukehren. Nicht zuletzt deshalt, weil man mit immer neuen Schreckensbildern von überfluteten Regionen in Japan deutlich mehr Quote machen kann, als mit den wechselnden aber doch immer gleich Bildern aus dem (gar nicht mal so) fernen afrikanischen Land.

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