Schleich Dich!

Kennt jemand die Schleich GmbH? Nein, nicht den Hersteller von Elektro-Testern. Den Hersteller von diesen kleinen, bemalten Hartplastik-Tieren.

Preisfrage: Was haben diese in Tunesien bemalten, realistisch anmutenden Tierfiguren mit den Schleichbären gemeinsam (jetzt mal vom Namen abgesehen)? Richtig, nicht das geringste.

Die Bärenmutter, Monika Schleich, bastelt schon seit 9 Jahren in Handarbeit die kleinen Teddys, die sie auch verkauft (ok, zur Adoption gegen Gebühr freigibt trifft es wohl eher). Nach eigenen Angaben erwirtschaftet sie damit einen Gewinn von 500 – 700 Euro pro Jahr. Die Schleich GmbH (Umsatz ca. 15 Mio. Euro) hat von ihrer Existenz nur deshalb etwas bemerkt, weil sie den Namen Die Schleichbären beim Deutschen Patent- und Markenamt hat eintragen lassen,

um so das Zeichen für sich zu monopolisieren. Und zwar in unserem Kerngeschäftsfeld Spielwaren.

wie Nina Hesse, die Marketingmanagerin der Spielwarenfirma, angibt.

Was macht man als anständiger Deutscher Mittelständler, wenn man gewahr wird, dass da jemand das eigene Kerngeschäft ganz fies durch die Hintertür angreift und den eigenen Umsatz abgraben will? Na klar, man schreibt erst mal einen netten Brief und regt an, doch den eigenen Namen bitte nicht für die selbst hergestellten Teddybären zu nutzen. Monikas Bären hört sich doch auch ganz nett an. Frau Schleich hängt aber an ihren Bären und möchte eigentlich weder deren Namen ändern, noch der Firma Schleich in irgendeiner Weise Konkurrenz machen. Zugute halten muss man der Firma, dass nicht gleich die große Abmahnungs-Schiene eingeschlagen wurde und sofort mit dem ersten Schreiben die Anwaltskosten in Rechnung gestellt werden. Aber verstehen kann man Frau Schleich, dass sie nicht klein beigeben will. Jetzt soll der Anspruch also gerichtlich geklärt werden. Was ich persönlich nicht verstehen kann, ist der von der Firma festgesetzte Streitwert – 250.000,- Euro. Da muss die gute Frau lange für Stricken Nähen.

Das Dumme nur ist, dass das Internetz jetzt auf den Fall aufmerksam geworden ist. Und wenn das erstmal durch die Bloggosphäre gegangen ist, dann wird sich das Unternehmen vielleicht auch wünschen, den ersten Brief mit der Bitte um Aufgabe des Namens nie geschrieben zu haben.

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8 Antworten zu Schleich Dich!

  1. Andreas sagt:

    Die Firma Scheich GmbH hat ganz normal reagiert. Warum will Monika Schleich auch ihre kleinen süßen Scheichbären zur Marke anmelden. Ich verweise hier auf einen Fall, der sich vor einigen Jahren in Lippe ereignete. Hier legte sich ein Eisdielenbesitzer mit den Anwälten von Leo DiCaprio an. Er verlor fast sein gesammtes Gespartes dabei (6-stellige Anwaltskosten). Siehe hier:

    http://www.spielfilm.de/news/1207/durchgesetzt-richter-verbietet-eisdielenbesitzer-die-nutzung-des-namens-di-caprio.html

    Ich kann Frau Schleich nur davon abraten, sich auf ein Gerichtsverfahren einzulassen. Sie wird den kürzeren ziehen. Aber vor Gericht und auf hoher See….

  2. Kiri sagt:

    Ich bezweifel, dass die Blogosphäre diesmal aufjammern wird. Es wurde ja keiner abgemahnt. Die Frau hat’s ja selbst auf ein Verfahren angelegt.
    Tja.

  3. Mindbender sagt:

    Richtig, Kiri..
    und deswegen machen wir einfachj alle nichts weiter.
    Warum schreiben Sie so defätistisch „Tja“ in dieses Blog (auf das Sie sicherlich von SPON gekommen sind) wenn Ihnen eh alles Wurst ist?

  4. Caldwhyn sagt:

    „Und wenn das erstmal durch die Bloggosphäre gegangen ist, dann wird sich das Unternehmen vielleicht auch wünschen, den ersten Brief mit der Bitte um Aufgabe des Namens nie geschrieben zu haben.“

    Und was soll das Unternehmen bitte sonst tun?
    Kenntnis von einer Markenrechtsverletzung erhalten und nicht drauf reagieren führt dazu, dass die Marke erlischt, soll sich also die Firma, die durchaus in Deutschland nicht nur selbst sondern bestimmt auch im Einzelhandel ein paar Arbeitsplätze mitträgt einfach auf das Spiel einlassen, das demnächst auch die Verwaltung nicht mehr in D sondern in China oder sonst wo sitzt?

    Außerdem sollte man hier mal Tacheles reden und darauf hinweisen, dass ja die „arme“ Frau Schleich ohne einen Pfennig zu zahlen aus der Sache rausgekommen wäre. Aber lieber gibt man sich streitlustig und schaltet den Spiegel ein um eine herzzerreißende David vs. Goliat Story in die Welt des Internet zu entlassen.
    Dabei lohnt sich hier doch das Einschalten des so oft herbeizitierten gesunden Menschenverstands: Da gibts eine Firma Schleich die seit den 70ern Spielzeug unter dem Namen Schleich verkauft und eine Frau Schleich die 2009 eine Marke die das Wort Schleich enthält für Spielwaren anmelden will. Das ist doch nicht wirklich schwer, sich da Gedanken zu machen, wer da zuerst da war, warum sollte man da jetzt empört aufschreien? Weil Frau S. eine Einzelperson ist und die Firma… naja ne Firma? Das kann ja wohl auch kein Argument sein.

    Ganz davon ab – wenn Frau Schleich tatsächlich nur 500 Euronen im Jahr Gewinn macht, was registriert sie dann für 350+ Euros die Marke?

  5. Anonym sagt:

    @Caldwhyn: 350 Euro für 10 Jahre. Macht 35 pro Jahr, als Betriebsausgabe absetzbar. „Gewinn“ ist um diesen Betrag bereinigt.
    Und wenn Frau Schleich ein Kleinstgewerbe mit Gewinn betreibt – Hut ab. Da sollten wir nicht abwertend über den scheinbaren „Luxus“ einer Markeneintragung reden.

  6. Vanmor sagt:

    Wenn ein Mensch seinem Hobby nachgeht, dabei ein paar Euros verdient, und irgendwann entdeckt, dass seine Online-Aktivitäten durch etwaige Markenrechte einer grossen Firma bedroht werden können, so habe ich vollstes Verständnis dafür, einer Kollision durch einen Markeneintrag zuvor zu kommen. Nicht alle Firmen gehen kompromissbereit in solche Konflikte sondern gehen je nach Grösse brutal vor.

    „Ganz davon ab“ wenn die Spielwarenfirma auf Höhe der Zeit gewesen wäre und dem Begriff wirklich solche Bedeutung beimisst, warum hat sie dann nicht 350 Euro übrig für den Markeneintrag zur rechten Zeit?

  7. fuchsia sagt:

    Liebe Monika-Schleichbärin
    Dummheit kann man nicht mit Logik überwinden, und von Leuten mit vieeeel Geld soll man nichts erwarten. Nennen Sie Ihre wertvollen Bären doch einfach Monkia’s-Schleichbären, dann wissen alle, dass hier keinerlei Verwandtschaft besteht. Wer will denn mit einem „ausländischen“ Plastikbär verwandt sein ? – Obwohl, die Spielzeugplastikbären können nichts dafür.
    Warten wir ab, Ob Afrika, Indien etc. die Firma Schlech einklagt, weil diese in Afrika, aber nicht in Europa heimische Tiere vermarktet, dann wäre das Chaos perfekt – oder?

  8. Gisela sagt:

    Hallo,
    habe gerade erst diese Seite entdeckt. Was ist nur mit der Fa. Schleich los? Fordert andere auf den Namen zu ändern und nutzt die schwere Erkrankung des Autors und Designers Gecko Keck aus und klaut selbst die Bayala Welt.
    Jetzt müsste mal überprüft werden, ob die Leute, die, die Tiere bemalen auch anständig bezahlt werden?

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