Alle besteuern!

Da fahre ich nichtsahnend durch Bielefeld, und was sehe ich am rechten Bildschirmrand? Gregor, den professioniellen Oppositionspolitiker.

Wahlplakat Die Linke "Reichtum für Alle"

Das nenne ich mal eine konkrete Wahlkampfaussage. Die Linke will also, das wir alle miteinander reich werden. Toll! Find‘ ich gut, will ich auch! Da mache ich mit, die wähle ich.

Ca. 300 Meter später kommt dann das hier … wer da die Wahlkampfplanung zu koordinieren hat, muss wohl einen schlechten Tag gehabt haben, als es um’s aufhängen der Plakate ging …

Wahlplakat Die Linke "Reichtum besteuern"

Ich glaube, ich überleg’s mir noch mal … mit Gregor wählen und so …

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3 Responses to Alle besteuern!

  1. Martina sagt:

    Lieber Jens,

    ich verstehe deine Aussage nicht. Du möchtest reich sein! Und wenn du es wärst, möchtest du keine Steuern zahlen?
    Ich bin nicht reich, zahle Steuern ohne Ende und wundere mich, das Menschen wie du den Sinn der Werbung nicht verstehen. Was ist denn falsch daran, dass alle ihren Beitrag leisten und nicht nur die, denen es von vorneherein einfach abgezogen werden kann?
    An dieser Stelle möchte ich nur kurz erwähnen, dass einige Reiche gern ihren Obulus leisten würden aber man bedient sich nicht, aus Angst das diejenigen auch noch aus unseren Landen verschwinden.
    Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder mal anfangen zu denken bevor sie schnurstrackts zur Wahlurne schreiten und ihr Häkchen malen.
    (Dies ist keine Wahlwerbung, aber ein Anstoß, die Dinge mal genauer zu durchleuchten!!!)

  2. Jens sagt:

    Liebe Martina,

    ich würde liebend gerne noch viel mehr Steuern zahlen, als ich es bereits tue.

    In dem Beitrag habe ich keine Aussage dahingehend getroffen, dass ich keine Steuern zahlen will. Ich habe lediglich versucht, mich über die Wahlwerbung der Partei etwas lustig zu machen, das wird man mir doch gönnen. Bei der Linken finde ich es halt nur interessant, dass auf der einen Seite „Reichtum für alle“ gefordert wird, in der Art wie die CDU unter Helmut Kohl vor der Wiedervereinigung die „blühenden Landschaften“ versprochen hat – ein paar Meter weiter dann aber der Begriff „Reichtum“ in einem weiteren Plakat wieder aufgegriffen wird, dieses Mal aber mit einer völlig anderen Intention.

    Ich hätte auch das Wahlplakat von Vera Lengsfeld nehmen, und dazu einige schnippische Bemerkungen machen können.
    http://images.google.de/images?hl=de&source=hp&q=vera%20lengsfeld&um=1&ie=UTF-8&sa=N&tab=wi

    Oder die einfach gestrickten Plakate der FDP mit ihren sinnentleerten Wahlaussagen.

    Oder jedes Plakat einer Partei, auf dem mich der Kanditat anlächelt, nur damit ich mir ein Bild von ihrem oder seinem Äusseren machen kann – egal, für welche Werte oder Positionen sie oder er steht.

    Ich definiere Reichtum auch nicht nur über den rein monetären Aspekt, sondern u.a. auch über den Zusammenhalt in meiner Familie, Freunde und Gesundheit. Selbstverständlich wünsche ich auch jedem anderen, solch eine Art Reichtum zu erfahren.

    In Wahlkampfzeiten lässt es sich mit Begriffen wie „Reichtum für alle“ oder „Hartz IV abwählen“ natürlich gut in die öffentliche Diskussion schaffen, aber was kommt dann? Wahlkampf ist eh‘ Ausnahmezustand. Was haben wir denn vor 4 Jahren gelernt, als es darum ging, die Mehrwertsteuer zu erhöhen? Die SPD wollte zwei Prozent, die CDU nur eins … was war der Kompromiss der gorßen Koalition? Drei Prozent Erhöhung.

    Franz Müntefering hat mal gesagt

    Ich bleibe dabei: Daß wir oft an Wahlkampfaussagen gemessen werden, ist nicht gerecht.

    Was ein ganz passendes Beispiel ist für die Politik heutzutage. Sobald nach der Wahl die Grünen entschieden haben, mit wem sie regieren wollen, wird sich auf’s Tagesgeschäft konzentriert, dann werden die Wahlkampfaussagen schnell verblassen und in Vergessenheit geraten.

    Hier in meinem kleinen Mikrokosmos versuche ich die Dinge, die mich bewegen, in den allermeisten Fällen mit Humor und einer gehörigen Portion Sarkasmus zu verarbeiten. Das habe ich auch in diesem Beitrag versucht.

    Über Sinn oder Unsinn von Wahlwerbung lässt sich meiner Meinung nach nicht streiten, jeder kann ja wählen wen er lieber mag oder wem er mehr glaubt.

    Über Deinen Kommentar habe ich mich jedenfalls sehr gefreut … ich wusste gar nicht, dass das hier überhaupt wer liest 🙂

    Viele Grüße und Gute N8!
    Jens

  3. Hans Wurst sagt:

    „Reichtum für alle“ und „Reichtum besteuern“ sind keine Widersprüche.

    -> „Reichtum für alle“ heißt, alle sollen vom gesellschaftlichen Wohlstand profitieren können.

    -> „Reichtum besteuern“ heißt, dass ein Teil von dem (gerechter aufgeteilten) Wohlstand für die Finanzierung des Allgemeinwohls verwendet wird.

    Das eine spricht von Verteilungsgerechtigkeit, das andere von „mehr Staat und weniger Markt“.

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